IT-Beschaffung im Zeichen der Kreislaufwirtschaft
11. Juni 2026

Nachhaltigkeits-Hotspots
Bei IT-Hardware entstehen rund 80 % der Treibhausgasemissionen bereits in der Herstellung, während die Nutzungsphase nur einen vergleichsweise kleinen Anteil ausmacht. Der grösste Hebel für mehr Nachhaltigkeit liegt deshalb in der Verlängerung der Nutzungsdauer von Geräten, Komponenten und Materialien.
Weitere zentrale Nachhaltigkeits-Hotspots sind der Ressourcenverbrauch, die Reparierbarkeit, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Software-Updates sowie die fachgerechte Rücknahme und Verwertung von Geräten am Ende ihres Lebenszyklus. Ebenso wichtig sind soziale Aspekte in der Lieferkette, etwa faire Arbeitsbedingungen, der Schutz der Arbeitnehmenden und der Ausschluss problematischer Chemikalien.
Labels wie TCO Certified bündeln ökologische und soziale Anforderungen in den Bereichen Klima, Kreislaufwirtschaft, Chemikalienmanagement und Lieferkettenverantwortung und erleichtern die Beurteilung nachhaltiger IT-Produkte.
Wichtigste Tipps für die öffentliche Beschaffung
• Die Nutzungsdauer von IT-Geräten maximieren und Neuanschaffungen nur dann tätigen, wenn sie tatsächlich notwendig sind. Ein zusätzliches Nutzungsjahr kann die jährliche Umweltbelastung deutlich senken.
• Kreislauffähige Beschaffung bereits bei der Definition des Beschaffungsgegenstands verankern und den Einsatz aufbereiteter oder wiederverwendeter Geräte ausdrücklich zulassen bzw. fördern.
• Anforderungen an Reparierbarkeit, Modularität, Aufrüstbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit, Software-Support und Rücknahmesysteme in Ausschreibungen aufnehmen.
• Die Bewertung nicht nur auf den Anschaffungspreis stützen, sondern die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) berücksichtigen.
• Nachhaltigkeitskriterien ausreichend gewichten, damit kreislauffähige Lösungen im Vergabeverfahren tatsächlich zum Tragen kommen.
• Anerkannte Zertifizierungen wie TCO Certified als Mindestanforderung oder Zuschlagskriterium einsetzen, da sie zahlreiche ökologische und soziale Anforderungen abdecken und unabhängig überprüft werden.
• Interne Prozesse und Budgetierungsmechanismen so gestalten, dass Reparaturen, Wiederverwendung und Aufrüstungen nicht gegenüber Neuanschaffungen benachteiligt werden.
Hilfreiche Links
• Merkblatt IKT-Geräte der Toolbox Nachhaltige Beschaffung Schweiz
Praxisbeispiel PAIR: Welsches Einkaufskonsortium von IKT-Hardware
Rubrik „Kreislauffähige Beschaffung“ auf der Wissensplattform nachhaltige öffentliche Beschaffung (WöB)
• Wissensdatenbank von Prozirkula
• Stadt Zürich – Beschaffung von IT-Hardware
Life Cycle Cost Tool (LCC Tool) für IKT-Geräte der Initiative Vorbild Energie und Klima
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